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  • AutorenbildClaudia

Studienreise nach Japan - Koyasan

Koyasan ist eine der heiligsten buddhistischen Stätten in Japan und UNESCO-Welterbe.

Auf einem 900 Meter hohen Plateau mitten in den Bergen erstreckt sich eine ganze Tempelstadt der buddhistischen Shingon-Sekte.

Der Haupttempel Kongobu-ji wurde im Jahr 816 von Kobo Daishi gegründet. Aktuell gibt es auf dem Koyasan 117 Tempel, davon 52 Shukubo - Pilgerherbergen.


Bei strömendem Regen ziehen wir in unsere Pilgerherberge ein und haben Zeit zum Ankommen.


Schuhe bleiben vor der Haustür stehen. Im Haus bin ich mit Hausschuhen unterwegs.

Das Gästezimmer, sowie auch das Speisezimmer, der Tempel und die Meditationsräume sind mit Tatamimatten ausgelegt. Stühle gibt es nicht. Das Bett ist ein Futon, welcher am Abend auf den Tatamimatten ausgerollt wird.

Es gibt noch einen flachen Tisch und Sitzkissen am Boden.

In meinem Zimmer lacht mich ein kleiner Buddha an.

Ansonsten wirkt alles ruhig und lädt zum Innehalten ein.



Ich nutze die Zeit, um ein Haiku zu schreiben - das ist ein japanisches Kurzgedicht, und um mit einem Kalligraphiestift japanische Schriftzeichen zu üben.

Hier herrscht keine Eile, sondern meditative Stille. Alles ist darauf ausgerichtet, den Geist zur Ruhe zu bringen und im Hier und Jetzt zu sein - Achtsamkeit.


Wer schon mal einen Tag in einem Kloster verbracht hat, kann sich in etwa vorstellen, wie es in einem buddhistischen Tempel zugeht. Es gibt viele Parallelen zu den christlichen Traditionen.


Zum Abendessen ziehen wir unsere wunderschönen Yukatas und Kimono-Jacken an. Festlich und in Ruhe nehmen wir das Essen der buddhistischen Mönche ein.

Shojin-ryori ist die buddhistische vegetarische Küche. Das Essen umfasst 5 Geschmacksarten, fünf Farben sowie Zutaten der jeweiligen Jahreszeit und ist gut für den Körper und die Seele.


Am Abend gehen wir zum Läuten der Abendglocke, eine sehr große Glocke, die ein Mönch mit einem Holz anschlägt. Der Klang geht durch den ganzen Körper.



Morgens hat der Regen aufgehört und die Tempel hüllen sich in Nebel.


Bereits 6.30 Uhr gibt es im Tempel unserer Pilgerherberge das erste Morgengebet, danach Frühstück und so sind wir noch vor den Touristen an den Tempeln unterwegs und können die besondere Atmosphäre dieses heiligen Ortes spüren.




Ausgiebig erkunden wir den Okuno-in, den größten Friedhof Japans mit über 200.000 Grabsteinen und dem Mausoleum des Kobo Daishi (Gründer der Tempelanlage).

Die Buddhisten glauben, dass der Kobo Daishi auch heute noch an diesem Ort weilt und seinem ewigen Gebet nachgeht. Und so bringen die Mönche ihm seit tausend Jahren zwei mal täglich eine Mahlzeit in den Tempel.


Der Friedhof befindet sich in einem Wald mit uralten riesigen Zypressen, Zedern und Kiefern, die teilweise bis 600 Jahre alt sind.


Ich habe noch nie solche mächtigen alten Nadelbäume gesehen.

Hier verbindet sich die tausendjährige Geschichte und Spiritualität des Buddhismus mit der Kraft der Natur.

Von diesem Ort geht eine große spirituelle Kraft und eine große Naturkraft aus.

Hier kann ich mich mit mir selbst und der Natur verbinden. Waldbaden und Achtsamkeit sind also auch auf einem Friedhof möglich.



Grüne Grüße aus Japan Claudia


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