• Claudia

Impulse für Naturverbindung – Übergang und Abschiednehmen im Jahreskreis – Samhain

Diese Woche war Samhain, das Fest der Ahnen und das Fest des Übergangs und Abschiednehmens. Viele von uns kennen oder zelebrieren dieses Fest als Reformationstag, Halloween, Allerheiligen oder Allerseelen. Hier treffen die alten Traditionen der Kelten auf christliche Traditionen. Die Intentionen dieser Feste liegen sehr nah beieinander, da aus den "heidnischen“ Festen die christlichen Feste abgeleitet bzw. überlagert wurden.


Die Menschen früherer Jahrhunderte haben ihr Leben nicht nach der Uhr getaktet, sondern den Kreislauf der Natur beobachtet und in diesem Kreislauf gelebt.



Jetzt Anfang November steht die Sonne tief am Himmel. Ihre Kraft und Wärme lassen nach. Das Tageslicht nimmt nun immer weiter ab. Die Laubbäume sind fast kahl. Die krautigen Pflanzen ziehen sich zurück. Samen ruhen in der Erde. Viele Tiere begeben sich in Winterschlaf oder Winterruhe oder sind gen Süden gezogen.




Das Jahreskreisfest der Dunkelheit würdigt den Tod und lebt in der Hoffnung auf neues Leben.

Absterben und Rückzug, Ruhe und Dunkelheit gehören zum Jahreskreis genauso wie Geburt, Wachstum, Blütezeit und Ernte. Altes muss sterben, damit neues geboren werden kann.


Diese Zeit der Dunkelheit, des Sterbens, der Trauer, des Loslassens, der Ruhe ist für viele Menschen eine Krisenzeit. Unser hektisches Leben mit vielen Anforderungen und Aufgaben passt nicht so recht in die aktuelle Qualität der Jahreszeit. Das Ergebnis sind Überforderung, Erschöpfung, Sehnsucht nach Ruhe, manchmal auch Krankheit, da das Immunsystem geschwächt ist.


Ich habe hier ein paar Impulse für dich, wie du diese dunkle Zeit gut für dich nutzen kannst.



Rückblick

Schau dein Jahr an. Was hat dich in diesem Jahr belastet? Wovon kannst oder solltest du dich verabschieden? Wie hast du dich im Lauf des Jahres verändert?


Loslassen

Loslassen. Anspannungen. Verspannungen. Trauer. Tränen. Menschen. Wünsche. Ballast. Buntes. Gewohnheiten. Loslassen, was dich kleinhält und deine Seele beschwert.

Altes gehen lassen, um Platz für Neues zu schaffen. Neues, welches noch in der Erde ruht und Kraft sammelt. Mutig nach innen schauen, ins Dunkel der eigenen Seele. Die Seele umarmen, trösten. Das eigene Licht, den inneren Glanz finden.


Deine Wurzeln

Das Leben zieht sich in die Wurzeln zurück. Nimm dir Zeit, über deine Wurzeln nachzudenken. Deine Familie. Deine Ahnen. Was fällt dir ein, wenn du an deine Ahnen denkst? Mutter, Vater, Großeltern, Urgroßeltern. Welche Gaben haben sie dir mitgegeben? Wie sehen deine Wurzeln aus? Bist du tief verwurzelt oder eher Flachwurzler und wirst vom Leben hin und her geweht?


Wurzeln schlagen in der Natur

Die Natur steht dir jederzeit offen, dich mit deinen Wurzeln zu verbinden und dich stärker zu verwurzeln. Stelle dich an einen starken schönen Baum oder lehne dich an. Spüre in deinen Körper hinein. Stelle dir vor, dass aus deinen Füßen Wurzeln in die Erde wachsen. Du stehst stabil und fest. Dein Körper ist ein starker Baumstamm, vielleicht gibt es ein paar Verkrümmungen, Wunden auf der Haut oder auf der Seele und doch ist der Baum stark und gibt dir Festigkeit in den Stürmen des Lebens. Deine Arme sind die Äste, die du nach allen Richtungen ausbreiten kannst. Du kannst Kontakt zu anderen aufnehmen und dich mit ihnen verbinden. Deine Blätter, Blüten und Früchte machen dich zu einem wunderschönen einmaligen Wesen. Bunt, lebendig, kreativ, nährend, austeilend. Stelle dir das einmal alles bildlich vor, wenn du an deinem Baum stehst. Und dann spüre nochmal ganz besonders deine Wurzeln, die dir Halt und Nahrung geben.


Alleinsein

Nimm dir Zeit für Ruhe, für Alleinsein. Du kannst dir einen Tee kochen und eine Kerze anzünden. Genüsslich deinen Tee trinken und in das Licht Kerze schauen. Deine Gedanken zur Ruhe bringen, indem du den Tee mit allen Sinnen genießt. Jeden einzelnen Schluck. Sehen, Riechen, Betasten, Schmecken, Hören. Probiere es aus.


Räuchern

Ein wunderbares Ritual für die kalte, dunkle Jahreszeit ist das Räuchern. Das geht mit einfachen Räucherkerzen aus dem Handel oder – noch besser - mit Kräutern, Baumharzen und Rinden. Ich liebe es, mir mit dem Räuchern die heilsame Kraft der Pflanzen auf ganz neue Weise zu erschließen.




Ich wünsche Dir gute Rückblicke, starke Wurzeln, Zeit zum Alleinsein, Zeit für Dunkelheit, Zeit für Licht.


Grüne Grüße Claudia

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